Leserbriefe

Mantel, 11.03.2016 | Friedrich Janner, Weidener Str., Reinhold Hartwig, Dr.-Martin-Luther Str., 92708 Mantel

Leserbrief zum Neuen Baugebiet „Schloßäcker“ in Mantel.

Mantel hat nun ein neues Baugebiet. Gott sei Dank oder um Himmels Willen? Die Meinungen gehen hier auseinander. Unstrittig ist, eine Gemeinde muss Bauland ausweisen und auch in gewissen Maßen vorhalten können. Unstrittig ist aber auch, es darf die Gemeinde nicht belasten. Und da beginnt nun das Dilemma. Mantel ist in der Vergangenheit in der Fläche gewachsen. Aber nicht in der Bevölkerungszahl, die ist seit Jahren rückläufig. Im Moment haben wir circa 2850 Einwohner für die wir finanzielle Zuwendungen aus der Einkommensteuer erhalten. Das ist der aktuelle Stand oder der von 1987, denn da hatten wir auch schon so viele. Unstrittig ist also auch, dass wir nicht mehr werden, von einer unspektakulären Bevölkerungsbewegung in die eine oder andere Richtung abgesehen. Und hier beginnt nun auch der ökonomische Irrsinn. Wir erschließen immer mehr Fläche, die wir dann auch unterhalten müssen, werden aber nicht mehr, im schlimmsten Fall aber weniger Menschen die dafür bezahlen. Und damit nicht genug. Denn der alte Ortskern verwaist zunehmend. Leerstand macht sich bemerkbar und wird in Zukunft auch noch zunehmen. Aber genau diesen Leerstand müssen wir auch verwalten und unterhalten und somit teuer bezahlen. Von den mehr als 100 unbebauten Bauplätzen im Ort selbst ist noch gar nicht die Rede. Nutzbare Strukturen liegen hier regelrecht brach. Und nutzbare Infrastrukturen  (Kanal, Wasserleitung und Straße), die man teuer aufgebaut hat, werden erst gar nicht genutzt. Stattdessen fließen die Gelder weiter in den Außenbereich. Das Nachsehen hat der Ortskern selber und unser Marktplatz, den man schon seit einigen Jahrzehnten erneuern, beziehungsweise verschönern will. Aber es passiert nichts. Die Bordsteine bröckeln weiter vor sich hin und Einfallslosigkeit macht sich breit. Dabei sollte der Marktplatz das Aushängeschild der Gemeinde sein, die Visitenkarte quasi, mit der man sagen will: „Schaut her, dieser Ort ist lebenswert. Hier lohnt es sich zu leben und auch zu investieren.“ Stattdessen arbeiten wir weiter nach dem Grundsatz: „Wir wissen, dass es nicht richtig ist, aber uns fällt nichts besseres ein.“ Nur ausbaden müssen es die nachfolgenden Generationen.

 

Mantel, 4. Juli 2006 | Friedrich Janner, Weidener Str., Reinhold Hartwig, Dr.-Martin-Luther Str., 92708 Mantel

Schulhaus zu vermieten!

Wie die Schulleitung bekannt gab, wird im kommenden Schuljahr in der Volksschule Mantel eine neue Kombiklasse in der Jahrgangsstufe 3 und 4 eingeführt.

Die Informationen aus der Vergangenheit waren doch so, dass durch das Baugebiet „Winteräcker“ genügend Schüler vorhanden sind und somit das Bestehen der Volksschule gesichert.

Jetzt stellt sich nun die Frage: „Wo sind diese angekündigten Schüler (Geburtszahlen liegen vor) geblieben, welche bei einer Informationsveranstaltung vor eineinhalb Jahren schwarz auf weiß vorhanden waren?“

Wie kann man nun der Bevölkerung erklären, in der momentanen finanziellen Situation in Deutschland, in der wir uns befinden, dass man solche teuren Investitionen durchführt?
Die Genehmigungsbehörden billigen, bzw. segnen diese Maßnahmen ab. Auf Initiative der Regierung der Oberpfalz wurden zusätzliche zwei Klassenräume gebaut und nach neuesten pädagogischen Gesichtspunkten eingerichtet.

Noch unverständlicher wird es, dass in drei Kilometer Entfernung in Weiherhammer für die aus Mantel abgezogenen Schüler neue Gebäude mit der Infrastruktur, welche in Mantel auf neuestem Stand vorhanden ist, errichtet werden.

In drei bis vier Jahren steht in Mantel die Schule, welche in den letzten zehn Jahren für etwa fünf Millionen Euro saniert und erweitert wurde, zum Wohl der Kinder und deren Ausbildung, fast leer.

Da stellt sich doch für den biederen deutschen Michl wohl die Frage: „Was ist in unserem Staate los?“ Nach welchen „göttlichen“ Eingebungen plant unsere Schulbehörde?



Mantel, 18. Mai 2006 | Friedrich Janner, Weidener Str., Reinhold Hartwig, Dr.-Martin-Luther Str., 92708 Mantel

Ist die Erschließung des Gewerbegebietes „Luderhäusl“ in Mantel den Bürgern gegenüber moralisch vertretbar?

Sicher hat jeder das Recht, sich im Gewerbegebiet „Luderhäusl“ Grund zu kaufen. Aber ist es bei der Geldknappheit der Gemeinde den Einwohnern gegenüber moralisch vertretbar, dass durch den Bau von Maschinenhallen erhebliche Erschließungskosten auf die Gemeinde zukommen, ohne dass ein einziger Arbeitsplatz dort entsteht? Michael Scheiber und Hans Biller zwingen durch den Grundstückskauf die Gemeinde zur Erschließung, was eine weitere Verschuldung des Marktes bedeutet. Konnte auch in diesem Jahr eine Erhöhung der Grundsteuer vermieden werden so ist doch damit zu rechnen, dass der Markt seine finanzielle Handlungsfähigkeit aufs stärkste gefährdet. Reicht es nicht, dass die Ersteigerung von Steinfels mit einem erheblichen Verlust verbunden ist, auch der Verkauf der Grundstücke im Baugebiet „Winteräcker“ wird nicht mit einem Gewinn abgeschlossen und beim Baugebiet „Hüttener Straße“ liegen die eingesetzten Gelder brach und die Schulden steigen. Somit ist in unseren Augen eine weitere Verschuldung durch die Erschließung des Gewerbegebietes der Bevölkerung gegenüber moralisch nicht vertretbar.
Zur letzten Sitzung des Marktgemeinderates im Mai möchten wir noch bemerken, dass es unverschämt ist, wenn Marktrat Hermann Staufer wegen seiner Darstellung der üblichen Vorgehensweise bei Baugebieten als Lügner bezichtigt wird und der Bürgermeister als Leiter der Sitzung nicht einschreitet.